Bah, Hummer!

Vor fünf Jahren hat der US-Autor David Foster Wallace eine böse und kluge Reportage über das größte Hummerfestival der Welt geschrieben. Ein halbes Jahr nach seinem Selbstmord erscheint der Artikel als Buch in deutscher Übersetzung unter dem Titel Am Beispiel des Hummers.

Als die Macher des amerikanischen Magazins Gourmet 2004 einen Autor suchten, der über das größte Hummerfestival der schrieb, kamen sie ausgerechnet auf David Foster Wallace. Der dachte gar nicht daran, dem Leser Lust auf den Verzehr von Hummer zu machen. Die Reportage über das Maine Lobster Festival wurde trotzdem abgedruckt. In diesen Tagen erscheint der Artikel in deutscher Übersetzung in Buchform unter dem Titel Am Beispiel des Hummers.

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klez.e on tour

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Band: klez.e

Ort: b72, Wien

Datum: 01.03.2009 – 14.03.2009

 

Immer mehr experimentierfreudige Bands verlassen die ausgetretene Klangspur von Gitarre+Bass+Schlagzeug und verwenden im Studio allerhand Instrumentarium. Die Besetzungsliste des dritten klez.e-albums „Vom Feuer der Gaben“ spricht wohl für sich: „Akkordeon, Bass, Beatbox, Bläserensemble, Cantus Domus Chor, Chor, Didgeridoo, Doepfer A100 Modularsystem, Elektroprogrammierung, Gaffa, Gesang, Gesungener Bass, Gitarren, Glockenspiel, Hackbrett, Harmonium, Heidelberger Schnelldruckpresse, Keyboards, Kirchenorgel, Klavier, Ms10, Paradies, Percussion, Reißverschluß, Samples, Schlagzeug, Schuh, Streichorchester “Wolf-Ferrari-Ensemble„, Thüringer Waldzither, Zeitung.“
Ob die sympathische Berliner Band all dies auf die Bühne mitbringen wird? Die Antwort gibts schon bald in Deiner Stadt. Sicher ist jedenfalls, dass es eine Menge neuer Lieder zu hören geben wird.

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Gestohlene Herzen.

painBand: The Pains Of Being Pure At Heart

Album: The Pains Of Being Pure At Heart

Plattenfirma: Fortuna Pop / Cargo

Bewertung: 9/9

Doing All The Things That Woudn’t Make Your Parents Proud heißt ein Song der New Yorker Newcomer The Pains Of Being Pure At Heart, und das ist doch glatt gelogen. Nicht umsonst bezeichnet sich die Band aus Brooklyn in einem Interview als „Ramones in Anoraks“. Ein weiterer Song hört übrigens auf den Namen Kurt Cobain’s Cardigan und damit wären auch die musikalischen Referenzgrößen der Twentysomethings zeitlich mehr als passend abgesteckt.

The Pains Of Being Pure At Heart bewegen sich auf ihrem gleichnamigen Debütalbum gnadenlos geschmackssicher durch die späten 80er und frühen 90er und lassen in nur zehn Songs das oftmals für tot erklärte Shoegaze-Genre wiederaufleben und versetzen damit reihenweise die Kritiker in Verzückung.

 

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Weiter so!

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Band: When the music’s over

Platte: Escape I + II

Plattenfirma: Monkey

Bewertung: 7/9

 

Im Januar 2006 hat JUSTmag die Musik von When the music’s over zum Vorstellungsgespräch gebeten. Das Debütalbum der österreichischen Band hatte vor allem eines geschafft: Sie hat uns neugierig gemacht auf das, was da noch kommen würde. Jetzt gibt es den Nachfolger: Escape I+II heißt die aktuelle Platte und die bitten wir jetzt zum Mitarbeitergespräch.

Schwungvoll öffnet sich die Tür, und When the music’s over betreten selbstbewusst aber ruhig den Raum. Der Personalchef blickt von seiner Arbeit auf, und glaubt im ersten Moment, dass Interpol hereingekommen sind. Doch dann erkennt er den typischen Sound von Hannes Duscher & Co. „Allzu sehr verändert habt ihr euch wohl nicht“, will er gerade sagen, als plötzlich ein keckes Bassriff eine Runde durch das Zimmer tanzt und dann eine kurze disco-eske Passage die Gitarren ablöst. „Ihr habt wohl einiges dazugelernt“, sagt er also stattdessen und die Band erzählt von neuen Soundgefielden, die sie betreten hat. Elektronische Beats (I won’t), jazzige Grooves und Folk-Anklänge (Silence) beweisen, dass diese Musik in der Lage ist, Anregungen von Kollegen aufzunehmen. Der wohl wichtigste Einfluss war mit Sicherheit Wolfgang Schlögl, ein langjähriger Mitarbeiter in Österreichs Musikszene, der unter anderem in den Abteilungen I-Wolf und Sofa Surfers beschäftigt ist und auf Escape I+II sowohl eine Beraterrolle angenommen als auch viel Eigeninitiative eingebracht hat.

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Besser als Red Bull.

 

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Band: And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Platte: The Century of Self

Plattenfirma: Suberball Music/SPV

Bewertung: 8/9

Vor ein paar Jahren haben And You Will Know Us By The Trail of Dead in Deutschland gespielt. Conrad Keely stand vor dem Konzert im Publikum. Niemand beachtete ihn. Nach einer Weile ging er zu einer kleinen Gruppe und sagte: „Hi, I’ve come all the way from America to see these guys.“ Er grinste cheeky, drehte sich um und ging. Die Gruppe erwachte zum Leben. Sie tuschelte: „Mensch, das war doch der Sänger selber. Häh?“ Da war Conrad Keely selbst schon längst die Treppen hoch zur Bühne gestiegen. Wenig später wird er seine Gitarre ins Publikum halten und das Publikum darauf spielen lassen. Sie rutscht ihm fast aus seinen schweißnassen Händen.

Das ist Kraft, das ist Energie, das ist das, was jedes Red Bull verspricht und nie hält. Trail of Dead sind das bessere Red Bull. Das hat sich auch ein paar Jahre nach dem Konzert nicht geändert. The Century of Self beginnt mit „Giant Causeway“ und das ist ein Kracher; Gitarren, von denen Postrock noch etwas lernen kann; ein Schlagzeug, zu dem man besser moschen kann als zu Motörhead. Und das Beste: Diese Kraft lässt auf The Century of Self nicht eine Sekunde nach. Das, was das Konzert zu gefühlten 10 Minuten Länge, 10 Litern Schweiß und 10 Tonnen Adrenalin schrumpfen lässt, funktioniert auch auf The Century of Self. Du hättest Wäsche aufhängen sollen? Geht nicht, muss rocken. Du wolltest dich für die Party fertig machen? Ist egal, die Party ist hier. The Century of Self lässt so ziemlich alles vergessen, was nebenbei passiert und alles, was parallel zu The Century of Self passiert, ist irgendwie nebenbei. Es ist wunderbar, die Faust in der kurzen, abrupten Pause zwischen „Isis Unveiled“ und „Halcyon Days“ in die Luft zu werfen.

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Liebe, Tod und Dosenbier.

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2008 war eine gute Zeit für Tomte. Bevor das Jahr zu Ende ging, trafen Linda und Diana Sänger Thees Uhlmann im emsländischen Lingen, wo sie im „Alten Schlachthof“ eines ihrer fast schon traditionellen Konzerte gaben. Neben einer gemütlichen Atmosphäre hat der Schlachthof auch einen Interview-Raum im Look alter Viva-Studios zu bieten. Zwischen roten Möbeln und Kunstrasen ließ es sich gut über Tomtes Anfänge, Glück und die wirklich großen Themen der Kunst plaudern.

Ich glaube, ihr spielt fast jedes Jahr in Lingen, oder?

Joa, so alle ein, zwei Jahre, manchmal auch öfter.

Kannst du dich an das erste Mal erinnern, als ihr hier wart und wie viele Leute da waren?

Drei oder so. Ich kann mich erinnern, dass ich da einen geliebten Pullover von mir verloren habe. Wir waren die Vorband von Muff Potter und ich weiß noch, dass der Sänger eine Palette Dosenbier ins Publikum geworfen hat, bevor es mit dem Konzert losging.

Mittlerweile sind Muff Potter beim Grand Hotel und ich finde es schön, wenn Kreise sich auf so eine Weise schließen. Ich war mit Nagel ja auch schon auf Lesetour. Was ich am alten Schlachthof besonders gut finde: Wenn es so etwas dort gegeben hätte, wo ich herkomme, dass sich jemand um eine Subkultur, Popkultur, Rock n´ Roll, oder wie du es nennen willst kümmert, dann wäre mein Leben schneller cool gewesen, glaube ich. Erstens ist der Laden hier geil, zweitens spreche ich die gleiche Sprache, Norddeutschland eben. Es gibt nur gute Gründe, hier in Lingen zu spielen.

 

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